
Das Landschulheim am Solling wäre vor über 100 Jahren nicht gegründet worden, hätte es nicht Menschen geben, die im Vertrauen auf die vier Gründer Kramer, Lehmann, Viehbrock und Zimmermann bereit gewesen wären, finanzielle Mittel zum Aufbau zur Verfügung zu stellen. So schreibt Dr. Hermann Schmilinsky 1908 in einem Brief an die Ilsenburger Eltern: „Wie mir mitgeteilt wird, beabsichtigt Herr Kramer ein eigenes ….Institut zu gründen, vorausgesetzt, dass er mit genügenden Kapitalien rechnen kann. Soviel ich weiss, sind einige Eltern von Ilsenburger Schülern, sowie andere sich für die Idee interessierende Menschenfreunde bereit, Herrn Kramer, der selbst über ein gewisses Kapital verfügt, die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen.“

Die Gründungsurkunde

Die Gründer des Landschulheims
So hat es immer in der Geschichte des Landschulheims Menschen gegeben, die in Anerkennung der pädagogischen Arbeit, die dort geleistet wurde, finanzielle Mittel aufbrachten, um das Internat voranzubringen. Ein wichtiger Aspekt war stets die Aufnahme begabter Schülerinnen und Schüler, deren Eltern nicht in der Lage waren, das Schulgeld aufzubringen.
So schrieb Ernst Zuckschwerdt in dem Kapitel „Der Stipendienfonds des Landschulheims am Solling“ in der Festschrift zum 75. Jubiläum: „Seit jeher war das Landschulheim darum bemüht, befähigte Schüler und Schülerinnen zu gewinnen und zu halten, für die das Leben in Heim und Schule förderlich zu sein versprach und die ihrerseits Positives in das Heim einzubringen vermochten. Waren bisweilen die Aufnahme oder auch das Verbleiben eines Schülers im Landschulheim aus wirtschaftlichen Gründen seitens des Elternhauses in Frage gestellt, so hatte der Leiter die Möglichkeit, in einzelnen Fällen aus eigenem Ermessen eine Ermäßigung der Schul- und Erziehungskosten zu gewähren. Dem war jedoch durch die jeweilige wirtschaftliche Gesamtsituation der Stiftung eine Grenze gesetzt……. Anlässlich des Altschülertreffens im Oktober 1979 wurde deshalb auf Initiative ehemaliger Schüler der Stipendienfonds der Stiftung Landschulheim am Solling ins Leben gerufen. Hierdurch sollte die Möglichkeit erweitert werden, unabhängig von den finanziellen Voraussetzungen des Elternhauses begabte und für die Gemeinschaftserziehung geeignete Schüler aufzunehmen.“
Der Stipendienfonds fand bei vielen Altschülern große Zustimmung und so wurde bereits am Altschülerwochenende mit ersten Spenden von rund 5.000,- DM der Grundstock gelegt. Innerhalb der nächsten viereinhalb Jahre ergab das Spendenaufkommen die stolze Summe von über 170.000,- DM. Dennoch war das Geld zur Vergabe von Stipendien knapp, da die Nachfrage danach auf Grund der unvermeidlichen Erhöhungen der Schul- und Erziehungskosten stetig anstiegt. So schrieb Ernst Zuckschwerdt in der Festschrift: „Neue Wege müssen gefunden werden und weitere Finanzquellen sind zu erschließen, damit eine große Anzahl von Stipendien vergeben werden kann.“
Im Laufe der Jahre konnte der Stipendienfonds einen Kapitalstock von rund 300.000,- Euro ansammeln und jedes Jahr eine Reihe von Stipendien vergeben. Dabei handelte es sich um „Unterstützungsstipendien“ für leistungsstarke Schüler (max. 500,- Euro monatlich) und um „Taschengeldstipendien“ in Anerkennung des besonderen Einsatzes für die Gemeinschaft (monatlicher Zuschuss zum Taschengeld in Höhe von 50,- Euro).
Im Vorfeld des 100. Jubiläums des Landschulheims kam die Idee auf, durch eine breit angelegte Fundraising-Kampagne, finanzielle Mittel zur nachhaltigen Förderung des Landschulheims einzuwerben. 2004 startete man die Fundraisingarbeit mit professioneller Unterstützung von außen unter der Mitwirkung von Altschülern, die zunächst von vielen Seiten kritisch gesehen wurde. Dennoch überzeugten bald die beiden Ziele der Kampagne, für die sich die Leitung des Landschulheims und der Stiftungsrat entschieden: die Schaffung einer neuen Stipendienstiftung für die Finanzierung von Leistungsstipendien und die Renovierung der LSH-Gebäude nach dem Konzept von Graf Eulenburg. Die nachhaltige Wirkung der beiden Initiativen war nachvollziehbar und so wurde die Fundraising-Kampagne zu einer Erfolgsgeschichte mit folgenden Etappen:
| 2004-2007 | Entstehung des Fundraising-Konzepts und Machbarkeitsstudie (sogen. „verdeckte Kampagne“). |
| 2007 | Gründung des Fundraising-Kuratoriums unter dem Vorsitz von Horst-Otto Gerberding und Gründung der LSH-Stipendienstiftung, in die der „alte“ Stipendienfonds einfließt. |
| 2008 | Beginn der „öffentlichen Kampagne“: Vorstellung des Fundraisingkonzepts beim Altschülertreffen; erste Regionaltreffen finden statt; die erste Leistungsstipendiatin wird aufgenommen; Renovierung der Kleinen Sporthalle nach dem Eulenburg-Konzept |
| 2009 | Renovierung und Einweihung der Hohen Halle, weitere Regionaltreffen; 100-Jahr-Feier an Pfingsten; vier weitere Stipendiaten werden aufgenommen; die erste 1.000.000,- Euro an Spendengeldern. |
| 2010 | Verabschiedung der neuen Fundraising-Kampagne bis 2012; Schaffung der Stelle eines hauptamtlichen Fundraisers; Beginn der Renovierung der Unterhausklassenzimmer; insgesamt sieben Stipendiaten besuchen das LSH, darunter zwei Iberostipendiaten aus Teneriffa und Mexiko; das LSH erhält ein Legat von 140.000,- Euro von der Altschülerin Jutta Fürbringer; Gesamtspendeneinnahmen des Jahres: 268.000,- Euro. |
| 2011 | Die Regionaltreffen haben sich in 6 großen Städten fest etabliert; 1. Treffen der ältesten Landschulheimer (LSH von 1940-1950); Fortsetzung der Renovierungsarbeiten im Unterhausflur; Beginn der Vorbereitung des 100. Geburtstags des Oberhauses; 2 Projekte werden angeschoben: Horst-Otto Gerberding startet eine Kampagne zur Finanzierung der Renovierung des Oberhausflures; Die Kampagne „Eine Tafel für jeden Jahrgang“ zur Finanzierung der Erneuerung des Unterhausflures beginnt; Gesamtspendeneinnahmen des Jahres : rund 237.000,- Euro. |
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Der Termin für das Altschülertreffen 2012 steht fest: Am 6. und 7. Oktober 2012 laden wir alle Altschülerinnen und Altschüler herzlich ein!
Hier finden Sie die Ferienpläne mit allen wichtigen Terminen:
Ferienplan für das Jahr 2012
Ferienplan für das Jahr 2013